Schlaf, Kindlein, schlaf

Wenn Kinder nachts aufwachen, zehrt das an den Nerven der Eltern. Eine Ärztin hat mehr als 2000 Familien
besucht. Sie gibt Tipps, wie Babys lernen, was auch Erwachsenen schwerfällt: zur Ruhe zu kommen

von Jasmin Siebert, Süddeutsche Zeitung 26. August 2017

Tagsüber ist er ein unkompliziertes und fröhliches Kind. Er schaut gerne Bilderbücher an und kann mit seinen 19 Monaten schon recht klar sagen, was er will. Nur mit dem Schlafen klappt es nicht so recht. In einer guten Nacht wacht er nur zweimal auf. In einer schlechten Nacht ruft
er immer wieder nach seinen Eltern und kann ab fünf Uhr gar nicht mehr schlafen.
Die meisten Nächte sind schlechte Nächte.
So schlecht, dass Daniela Dotzauer kommen musste. Die 52-Jährige ist Ärztin und ausgebildete Eltern-, Säuglings- und Kleinkindberaterin. Vor sieben Jahren hat sie sich auf die Probleme der Nacht spezialisiert und damit einen Nerv getroffen: Mehr als 2000 Familien im Münchner Raum hat sie seither zu Hause besucht. Viele weitere übermüdete Eltern warten auf ihren Rat.
Familien wie diese im Münchner Osten: Vater Martin kocht Kaffee und serviert Mandelstrudel, während Mutter Sophie erzählt, wie Henri abends ins Bett gebracht wird: Er krabble selbst in sein Gitterbettchen, das im eigenen Zimmer nebenan steht. Doch wenn er im Bett liegt, hält er
den Oberarm seiner Mutter fest, kneift auch mal zu. „Das macht mich wahnsinnig“, sagt die Mutter. Und es hält Henri vom Schlafen ab. Dotzauer kennt dieses Festhalten und Zwicken des „Mamaarms“. Es ist ein typisches Relikt aus der Babyzeit, ähnlich wie Haare zupfen, Ohren kneten oder
„ärmeln“, erklärt sie.
Die Ärztin hat schon die verrücktesten Spleens erlebt: Kinder, die nur einschlafen, wenn sie auf Papas nacktem Oberkörperliegen und dessen Brustwarzen drehen, oder Mütter, die ihre Haare wie Rapunzel übers Kinderbett hängen, weil die Kinder nur mit den Haaren der Mutter in der Hand einschlafen. Ein anderes Kind musste mit zwei Jahren zum Einschlafen noch immer an Mamas kleinem Finger saugen und sagte dann auch „Mama Finger ab bitte“. Dotzauer verordnete eine Puppe, deren Arm in etwa so dick war wie Mamas kleiner Finger.
Die Eltern, die zu Dotzauer kommen, haben diese Rituale oft über Wochen und Monate mitgemacht. Manchen von ihnen fehlte ohne Hilfe von außen die Kraft, etwas zu ändern. Vielen Eltern aber fehlt auch das Vertrauen, dass Kinder das überhaupt können: alleine einschlafen. „Eltern von Kindern, die schlecht schlafen, haben oft selbst Schlafprobleme“, sagt Dotzauer. Es fällt ihnen dann um so schwerer, das Kind alleine in seinem Zimmer liegen zu lassen.
Schlaf, das wird schnell klar, ist nicht nur ein Problem der Kinder. Es ist auch ein Problem der Erwachsenen. 80 Prozent der Arbeitnehmer wälzen sich laut einer Studie der Krankenkasse DAK nachts unruhig in ihren Betten. Fast die Hälfte ist deshalb im Job müde.
Müde ist auch diese Familie: Während ihr Sohn Henri fröhlich Kuchen mampft, beschreibt der Vater, wie die letzte Nacht ablief: Abends brauchte Henri 45 Minuten, bis er einschlief. Nachts weinte er erst 20 Minuten lang und saß dann mindestens 45 Minuten lang wach im Bett und unterhielt sich mit Papa über die Züge, die hinter der Wohnung vorbeifahren.

„Das muss man jetzt mal festhalten: Henri schläft echt schlecht ein“, sagt Dotzauer schließlich. Es sei an der Zeit, dass das Kind eine eigene
Einschlafstrategie lerne.
Denn um schlafen zu können, muss ein Kind nicht nur müde, sondern auch schlafbereit sein. Das ist ein Kernsatz der Ärztin, der für Eltern wie für Kinder gilt: Wer schlafen will, muss runterkommen, muss loslassen und sich dem Schlaf überlassen können; muss im besten Fall auch tagsüber
schon mal durchatmen. Denn Tag und Nacht gehören zusammen. Wer den Tag zu voll packt, wird am Abend nicht gleich Ruhe finden. In einer Gesellschaft, in der uns das Handy bis auf den Nachtisch verfolgt, fällt es schwer, diesen Rat umzusetzen – gerade den Erwachsenen. Aber zur
Ruhe kommen lässt sich lernen.

Manche Eltern haben selbst Schlafprobleme.
Ihnen fehlt dann das Vertrauen, dass Kinder das überhaupt können: alleine einschlafen.
DANIELA DOTZAUER,
ÄRZTIN UND ELTERNBERATERIN

Für Kinder empfiehlt Dotzauer eine klare Abendroutine: ein frühes Abendessen gefolgt von einer intensiven Spielzeit mit den Eltern, dann Badezeit, Bilderbuchzeit und am Ende Kuschelzeit. „Ich bin erst um fünf zu Hause“, sagt Martin, und es klingt fast entschuldigend. „Was, so früh?“, entgegnet Dotzauer. In den meisten Familien, mit denen sie zu tun hat, kommt der Vater viel später nach Hause – oft so spät, dass er sein Kind nur am Wochenende wach sieht. Die Familie dagegen isst um 18 Uhr gemeinsam Abendessen. Danach dürfe ruhig noch einmal getobt werden, empfiehlt Dotzauer. Doch sobald Henri den Schlafanzug anhat, sollte es ruhiger werden. Bücher anschauen helfe beim Runterkommen. Dann geht es ins Kinderzimmer, das abgedunkelt wird. Dotzauer erklärt, wie für sie eine gute Kuschelzeit aussieht: Das Kind erhält ungeteilte Aufmerksamkeit, darf mit Vater oder Mutter kuscheln und gemeinsam den Tag durchsprechen. Dabei sollte es nur um Schönes gehen, sodass der Geist langsam ruhig wird.
Dotzauer hat beobachtet, dass Kinder zwar oft maximal gefördert werden, sich die Eltern aber wenig Gedanken ums Gegenteil machen. „Ruhe und Entspannung sind nicht gottgegeben“, sagt Dotzauer. Die Familie dagegen macht in den Augen Daniela Dotzauers eigentlich schon fast alles richtig. Doch ein wichtiges Element der Dotzauer’schen Einschlafstrategie fehlte bisher noch: ein Kuscheltier, das tröstet
und beim Einschlafen hilft. Nach dem ersten Telefonat mit Dotzauer eine Woche zuvor durfte sich Henri in einem Spielzeugladen eines aussuchen. Seine Wahl fiel auf einen gelben Papagei mit blauen Flügeln. Als er hört, dass die Erwachsenen über ihn sprechen, holt Henri seinen Pa’gei, wie er ihn nennt, aus dem Kinderzimmer. „Kann man mit dem Pa’gei auch schmusen“, fragt Dotzauer. „Nein“, sagt Henri und wirft sein
Kuscheltier weg. Seine Mama nimmt das Plüschtier und macht ei, ei. Derweil erklärt Dotzauer, dass nun die richtige Zeit sei, um ein Kuscheltier zu etablieren. Henri sollte lernen, dass der Papagei ihn tröstet und ihm – viel besser als Mamas Arm, der ja nicht immer da ist – beim Einschlafen hilft.
Dotzauer befürwortet Schnuller und Schnuffeltuch schon bei Babys ab sechs Monaten. Es sei normal, dass die Kleinen alle zwei Stunden aufwachen. Doch könnten sie mit einer „selbststeuerbaren Einschlafhilfe“ ohne Hilfe der Eltern weiterschlafen.
Ein Tipp, den Dotzauer Eltern auch immer wieder gibt: Schnuller nicht in den Mund stecken, sondern dem Kind in die Hand legen. So lernt das Kind, sich selbst zu helfen. All ihre Tricks funktionieren aber nur, wenn keine tieferen Probleme hinter den Schlafproblemen liegen, räumt Dotzauer ein. Einmal beriet sie eine Familie, in der das zweijähriges Kind von einer Nanny aus der Krippe abgeholt wurde. Die Mutter
kam um sieben nach Hause, der Vater noch später, und um acht sollte das Kind schon schlafen. Nachts wurde das Kind dann ständig wach und schlief nur mit Flasche und Streicheln im Ehebett wieder ein. Dotzauer erklärte den Eltern dann, dass es eine überzogene Vorstellung sei zu glauben, dass ein Kind nach nur einer Stunde Zeit mit der Mutter schon ins Bett geht. Die Familie mit den beiden voll berufstätigen Eltern schaffte sich dann ein Familienbett an, damit Eltern und Kinder wenigstens nachts beisammen sind.
Generell befürwortet Dotzauer eher das eigene Bett und schaut sich nun auch an, wo Henri schläft. Es gibt inzwischen in vielen Städten Schreiambulanzen, die Eltern helfen, wenn Kinder schlecht schlafen. In München bietet das etwa das Klinikum Großhadern an. Dort hat Dotzauer fünf Jahre gearbeitet, ehe sie sich als Beraterin selbständig gemacht hat. Die Beraterinnen in der Klinik kommen jedoch nicht wie Dotzauer nach Hause. Und legen sich auch nicht auf die Matratze vor Henris Gitterbett, auf der sonst die Eltern sitzen, liegen und hoffen, dass Henri bald einschläft. Trotz ihres kurzen Rocks legt sich Dotzauer selbst vors Bett und zwar so, dass ihr Rücken die Öffnung zwischen den Gitterstäben verdeckt und Henri nicht mehr herausklettern könnte. Sie erklärt nun den Prozess des „Eltern Ausschleichens“ in kleinen Schritten: wegschauen, wegdrehen, wegrücken, weggehen. „Wie hört sich das für Sie an?“, fragt Dotzauer. „Nach Arbeit, aber nicht unmöglich“, antwortet Sophie.
„Geborgenheit ist ein innerer Ort. Es sollte nicht der Oberarm der Mutter sein“, sagt Dotzauer. Die Eltern hören ihr aufmerksam zu, wie sie beschreibt, wie sich die Eltern Tag für Tag beim Einschlafen ein Stückchen weiter von Henri entfernen sollten. Der letzte Schritt ist weggehen, die Eltern sollten jedoch nicht einfach im Off verschwinden, sondern einer Tätigkeit vor der angelehnten Tür nachgehen, bügeln zum
Beispiel. Wenn Henri ruft, sollten die Eltern ihm antworten: „Alles gut. Nimm den Papagei.“ Weil die Eltern nicht so recht überzeugt wirken, sagt Dotzauer: „Stellen Sie sich vor, Sie hätten noch zwei Kinder. Dann könnten Sie sich den Luxus, eine Stundelang beim Einschlafen dabei zu bleiben, nicht leisten.“ Sie erklärt, dass, wer alleine einschlafen kann, nicht einsam ist, sondern selbständig. Sie doziert fast, als sie weiter über Entwicklungsphasen spricht, die Mutter schreibt mit, und der Vater sagt lachend: „Gut, dann fangen wir jetzt an zu bügeln.“ Dotzauer macht den Eltern noch einmal Mut, ehe sie sich verabschiedet: „Henri ist so gut entwickelt und clever. Er kann alles lernen. Man muss es ihm nur beibringen.“
Nach einer Woche ruft Martin sie an und berichtet, dass Henri nun nach zehn Minuten friedlich in seinem Kinderbett einschlafe –mit seinem Pa’gei im Arm.

12. Entwicklungsstufe: Autonomiephase und Kitastart

Autonomiephase Kitastart

Es ist soweit – das Kind kommt in die Kita.
Aus dem kleinen Baby ist ein Kleinkind geworden und es beginnt eine völlig neue Lebensphase für das Kind und auch für die Eltern. Da gibt es allerlei gemischte Gefühle bei den Eltern, viele Fragen und vielleicht auch Ängste und wie bei allen neuen „Lebensprojekten“ hilft es:

1. Sich gut zu informieren
Welches Eingewöhnungskonzept die Krippe verfolgt und wie es genau abläuft? Wieviel Zeit wird eingeplant? –im Zweifel lieber mehr…! Welche Empfehlungen gibt es seitens der Krippe etc.

2. Sich und sein Kind gut vor zu bereiten

  • sich Zeit nehmen (mindesten 4 Wochen)
  • eine und immer die gleiche Bezugsperson ist für die Eingewöhnung verantwortlich
  • möglichst nicht zu viele Veränderungen wie Umzug oder Urlaub noch gleichzeitig planen
  •  optimaler Weise kennt und liebt das Kind bereits ein Kuscheltier, es hat sozusagen schon eine „kleine Heimat“, welche es in die Kita begleitet. Wenn nicht – wird es höchste Zeit ein Übergangsobjekt anzugewöhnen s.u.
  • Mini-Trennungen und Verabschiedungsroutinen im Vorfeld üben s.u.
  • Stress ist kontraproduktiv (früher aufstehen, mehr Zeit einplanen, Ruhe und gute Laune verbreiten)
  • auf gute Befindlichkeit achten! D.h. ausgeschlafen und satt sollte ein/e Kitaanfänger:in sein
  • mit einfachen Worten, immer wieder darüber reden, positiv besetzen und ankündigen „Prima, wir gehen wieder zu den Kindern spielen“
  • Verabschiedung in der Kita immer kurz, bestimmt, optimistisch mit Lächeln und Geste. Danach auch prompt gehen und nicht noch auf die Reaktion warten, zögern und Situation erschweren.
  • Beim Abholen immer auch zügig gehen, damit Verknüpfung gelingt (Papa/Mama kommt heißt: wir gehen wieder)

3. Inneren Frieden schließen mit der Entscheidung, damit sich die eigenen Ambivalenzen nicht auf das Kind übertragen und dem Kind den Kitastart erschweren.

4. Optimistisches, ruhiges und sicheres Auftreten. Die Eltern sind unzweifelhaft die „Großen“, sie stehen in der Verantwortung ihr Kind zu befähigen, dieses von den Eltern gewählte Leben auch gut meistern zu können. Daher ist es klug sein Kind auf diese Lebensveränderung gut vorzubereiten.

Trennung – Erziehungshaltung – Kleine Heimat: Übergangsobjekt – Trostkultur[DD1] 

Trennungen also zu Beginn „Mini-Trennungen“ kann man üben, so muss beispielsweise der Toilettengang nicht immer mit kindlicher Begleitung stattfinden. Der Gang in einen anderen Raum, zum Briefkasten, in den Keller etc. (es hängt natürlich von den Gegebenheiten ab), das sind je nach Situation auch Mini-Trennungen. Das beginnt im Sekunden- bis Minutenbereich und dabei handelt es sich um Selbstverständlichkeiten im häuslichen Umfeld, welche zwar angekündigt werden, aber keine Verabschiedung erfordern. Klugerweise sorgt man für eine Spielidee und man kann ja in Hörweite auch gut verbal rückversichern, damit das Kind gar kein großes Trennungsgefühl erlebt. („ich hör dich schon, muss nur noch kurz was holen“). Häufig wiederholt gewöhnt sich das Kind daran nicht dauernd im Aufmerksamkeitsfokus zu stehen und Dauerbespaßung zu erwarten. Die Mischung machts! Es gibt verschiedene Zustände. Es gibt Phasen mit (wirklich!) ungeteilter Aufmerksamkeit, mit geteilter Aufmerksamkeit und dann gibt es Phasen in denen Elternteil und Kind nebeneinanderher ihren eigenen Dingen nachgehen.

Ist der Partner zu Hause können auch etwas längere „Minitrennungen“ zelebriert bzw. geübt werden. („ich geh jetzt duschen/baden, du spielst mit Papa/Mama).
Die nächste Stufe der Minitrennungen schließt andere Bezugspersonen mit ein und es wird sich kurz aber ordentlich (mit Lächeln, guter Laune und Gestik verabschiedet. („Ich geh zum Bäcker, hol dir ne Breze und du spielst mit Oma –winke winke“).
Das heimliche Wegschleichen ist tabu und es sollten lieber Tränchen in Kauf genommen werden, welche Oma/Tante/Freundin im Handumdrehen „trocknet“, als dass sich ein Betrugsgefühl beim Kind aufbaut. Dieses diffuse schlechte Gefühl („Mama kann jederzeit verschwinden“) bewirkt beim Kind eine „Aufpasserhaltung“ („ach hätte ich nur besser aufgepasst, dass meine Mama mir nicht abhanden kommt!“). Diese verinnerlichte Haltung wird äußerlich durch Klammern sichtbar und das Sich einlassen auf fremde Bezugspersonen/fremde Situationen fällt diesem Kind deutlich schwerer, als einem Kind, das zahlreiche verlässliche, kontingente Erfahrungen mit dem Thema Trennung gemacht hat.

Das gilt übrigens alles auch für den Schlaf und die Nacht, denn auch der Schlaf ist eine Trennung. Wird das Kind immer aktiv in den Schlaf begleitet, wird es beim nächtlichen Erwachen die elterliche Zuwendung vermissen, in seiner Aufpasserhaltung bestärkt und schreiend den elterlichen Weiterschlafservice einfordern.

Also ist es eine Familienaufgabe mit gutem Vorbild Trennungen vorzuleben und dem Kind viele, viele gute Erfahrungen mit (Mini-) Trennungen zu ermöglichen.

Wer eine Fremdbetreuung in der Kita plant und wer möchte, dass sein Kind eine Idee entwickelt, was es selber zu seiner Befindlichkeit beitragen könnte, der sollte seinem Kind ein Übergangsobjekt/Kuscheltier vertraut machen. Damit kann sich das Kind selber Wohlbehagen verschaffen und sich regulieren, auch wenn die Eltern gerade nicht zur Verfügung stehen. (Kita oder auch nachts). Da dies Wochen und Monate dauern kann, bis so ein Stofftier mit Bedeutung aufgeladen ist, ist es gut damit früh zu beginnen in allen Entspannungs-, Beruhigungs- und Tröstesituationen am Tage (siehe Artikel 8 – Kuscheltier).

Welche „Trostkultur“ in einer Familie stattfindet, darüber entscheiden die Eltern. Eltern trösten von Anfang an das ist klar, aber manchmal ist es schwer sein Kind mit dem Trost zu erreichen und genau an der Stelle ist es wichtig sich darum zu bemühen, dabei zu bleiben und es gemeinsam zu schaffen. Gemeinsam die schwierige Situation aushalten – sich gemeinsam wieder besser fühlen – getröstet sein.
Nur wer damit viele gute Erfahrungen gemacht hat „ah ja – so geht Trost“, der wird sich künftig auch trösten lassen (zB auch von Anderen) und der kann später selber gut trösten erstmal sich selbst und dann andere!

Im Übrigen ist es mit den Gefühlen gar nicht so leicht. Nicht jede Träne bedeutet sofort Schmerz, Kummer oder Verzweiflung, es kann genauso Protest, Wut und Zorn dahinter stecken. Nachdem die Kleinen das allerdings erst von den Großen lernen müssen, ist es wichtig wie wir damit umgehen. (siehe Artikel 11).


Bei der Kitaeingewöhnung ist es nicht das Ziel, um jeden Preis die Tränen des Kindes zu vermeiden, (obwohl es uns Eltern die Eingewöhnung erleichtern würde), aber es geht ja um das Kind, welches vielleicht gar nicht getröstet werden will, denn wer protestiert hat ja ein anderes Anliegen, der will nicht getröstet werden, sondern die Situation ändern. Natürlich dürfen Kinder auch gegen Trennungen und andere „Widrigkeiten“ protestieren, sie dürfen schreien und weinen und damit sagen, dass sie nicht einverstanden sind mit den Entscheidungen der Großen. Das dürfen Sie zum Ausdruck bringen und optimaler Weise gelingt es, dem Kind im Guten zu vermitteln, dass trotzdem alles in Ordnung ist und es sich an die neue Lebenssituation gewöhnen kann.

Bei einer behutsamen Eingewöhnung in kleinen Schritten, dem „inneren Beziehungs- und Trostwissen“ des Kindes und mit einer einfühlsamen Bezugserzieherin wird es gelingen, dass diese als „sichere Basis“ verstanden wird und sich das Kind auf die Abenteuer der Kita einlassen kann und die Eltern erkennen, dass sie gemeinsam eine große Entwicklungsaufgabe gemeistert haben.

11. Trotzphase – Autonomiephase

Trotzphase - Kleinkindberatung

Im Alter von ca. 9 Monaten nach dem 2. großen biosozialen Reifungsschub passiert etwas ganz Neues. Das Kind gewinnt neben den sich stetig entwickelnden motorischen Fähigkeiten auch die Erkenntnis darüber, dass bestimmte Menschen oder Situationen sich plötzlich fremd anfühlen. Dann wird das Bindungssystem aktiviert und Mama oder Papa werden herbei gerufen, um bei der Einordnung des „komischen“ Gefühls zu helfen. Das Fremdeln und die Trennungsangst hat die Natur dem gesteigerten Entdeckungsdrang unserer „Krabbler“ entgegen gesetzt, damit sie nicht verloren gehen auf dieser Welt. Dann wird das Kind älter und mit fortschreitender Entwicklung kommen langsam auch noch ganz andere Aspekte ins Spiel, nämlich der sich entwickelnde eigene Wille. Das Baby, das sich gestern noch auf der Wickelablage leicht ablenken und wickeln ließ, lässt heute keinen Zweifel mehr an seinem Bewegungsdrang und seinen neuen eigenen Ideen. Mit diesen Ideen kommen plötzlich ganz neue eigene Emotionen ins Spiel und diese müssen einerseits vom Kind erst erfahren, eingeordnet und der Umgang damit gelernt werden. Und zwar mit Hilfe der „Großen“, im alltäglichen Umgang – jeden Tag auf´s Neue. Spätestens im 2. Lebensjahr ist allen Eltern klar: wir haben es mit der Trotzphase zu tun!

Was ist die Trotzphase?
Die Trotzphase ist für die Persönlichkeitsentfaltung, für die emotionale Entwicklung und für die Ausbildung des Ichs sehr wichtig. Das sollten Eltern wissen, dann fällt es Ihnen leichter in dieser Autonomiephase ganz bewusst ihr Kind zu begleiten, angemessener darauf zu reagieren und einen guten Weg zu finden.

Für Eltern ist es: von nervig, über anstrengend bis peinlich… aber für die Kinder ist es immens wichtig für ihr späteres soziales Miteinander. Die Kinder lernen etwas über ihre neuen Gefühle: wie Wut, Zorn, Freude, Stolz, und den Umgang mit Stress und Frustration. Im Übrigen damit tut sich der ein oder andere Erwachsene noch schwer, mit dem Umgang heftiger Gefühle.
Häufig sind Trotzreaktionen auch einfach Ausdruck von nicht geglückter Kommunikation auf beiden Seiten. Das Kind kann seine Ideen noch nicht formulieren und manch ein Erwachsener versteht nicht, dass ein Kind die selbstverständlichen Abläufe der Erwachsenenwelt noch nicht durchschaut. So durchkreuzen sich verschiedene Absichten und Frustration und „Fehlkommunikation“ muss ausgehalten werden.

Hintergrund:
Mit dem Bewusstwerden des eigenen Ichs entwickeln die Kinder eigene Vorstellungen und Pläne, die sie hochmotiviert und voller Stolz umsetzen wollen. Leider scheitern sie am Können, der fehlenden Sprache oder die Eltern machen ihnen einen Strich durch die Rechnung.
Beispiel: „nein du kannst nicht die kurze Hose anziehen draußen schneit es…“
„nein die Blumenerde bleibt im Topf „
„nein du darfst den Lippenstift nicht zum malen haben…  „

Die Kinder lernen auch, dass sie mit ihrem Verhalten Einfluss nehmen können auf Ihre Umwelt. Wenn ihnen also eine Verweigerungshaltung plötzlich wesentlich mehr Aufmerksamkeit beschert, als das schlichte Funktionieren, wird plötzlich klar, warum Kinder so einen Gefallen am elterlichen Boykott gewinnen.

Kinder in diesem Alter können ihre Gefühle noch nicht kontrollieren und sie werden überrollt von ihren inneren Zuständen, der Zorn überwältigt sie, die Sicherung brennt durch und der Trotzanfall ist da- mit aller Macht.

Was kann man im Trotzanfall tun?
1. Zuerst sich klar werden wer groß und wer klein ist – und dann als Erwachsener Klarheit ausstrahlen…

2. Cool bleiben, keine große Sache draus machen, Ruhe bewahren und sich selber kontrollieren.

3. Sich nicht emotional verstricken lassen und es nicht persönlich nehmen

4. ein gutes Beispiel geben – „was soll das Kind von mir lernen“?

5. Wichtig ist es die kindlichen Gefühle zu benennen, denn das Kind muss das Gefühl erst kennen lernen, um es einzusortieren.

6. Verständnis dafür zeigen, Geduld haben, die Situation mit aushalten oder Alternativen zeigen

7. Je nach Situation: Ablenken oder aus der Situation nehmen

8. Brücken bauen, einen Kompromiss finden und nicht nachtragend sein.

9. Handlungsschema als Problemlösung aufzeigen

10.Exitstrategie: Kuscheltier, Schnuller zur Selbstberuhigung anbieten

Wie kann man Trotzverhalten vermeiden?
1. Abläufe im Alltag kindgemäß vorstrukturieren (wir essen fertig – dann ziehen wir die Schuhe an)
2. und Herausforderungen mehrfach ankündigen (kaputte Schallplatte)(du spielst jetzt fertig, dann gehen wir nach Hause)
3. Frühzeitig Führung übernehmen und einen guten Plan haben, der auch die kindlichen Bedürfnisse berücksichtigt
4. Weniger Fragen! Die Sehnsucht nach kindlicher Zustimmung lässt Eltern häufig Fragen stellen, welche in der Regel überfordern und nicht sicherheitsspendend vom Kind erlebt werden.
5. Wer Unsinn macht braucht Sinn. Frühzeitig kleine Aufträge erteilen und zur Mitarbeit gewinnen, bevor Langeweile sich breit macht und die Kinder „verhaltensorginell“ werden.
6. Hunger-Müde-Durst-Krisen vermeiden, bzw. dann keine Ansprüche mehr stellen.
7. Routinen und verlässliche Regeln geben Halt und zB Abendroutine, Einschlafroutine

Wenn Eltern ihren Frieden schließen mit dieser Trotzphase und es als Chance begreifen, ihrem Kind in der Persönlichkeitsentfaltung zu helfen, können Kinder und Eltern von dieser Haltung sehr profitieren.
„Im Kreis der Sicherheit“ von Bert Powell et al, formuliert das Kind dazu seinen Wunsch an seine Eltern:

„Denke immer daran: Durch die Art wie du mich behandelst lerne ich etwas über mich.
Daher lehre mich, indem du immer größer weiser und gütig bist.“

10. Schnuller abgewöhnen

Schnuller entwoehnung

Kuscheltier und Schlaffreund
Der Schnuller ist ein Hilfsmittel für die kindliche Eigenregulation, er sollte im Bedarfsfall selbstständig vom Kind genutzt werden, aber nicht dauerhaft im Mund wohnen und damit die Sprachentwicklung behindern. Auch Zahnfehlstellungen oder Kieferprobleme können entstehen bei zu langer oder zu intensiver Schnullernutzung, daher ist es klug neben dem Schnuller auch ein Kuscheltier anzugewöhnen, denn wenn ein Kind einen Schlaffreund an seiner Seite hat und der auch wirklich hilft (Verweis Kuscheltier angewöhnen), kann es sich leichter von seinem Schnuller verabschieden. Das Saugen und Schnullern wird ersetzt durch das Fummeln und Trösten am Kuscheltier.

Der richtige Zeitpunkt
Wann ist der richtige Zeitpunkt für das Projekt „Schnullerabgewöhnung“? Das ist eine sehr individuelle Frage, da müssen die Eltern selbst hinfühlen und einen guten Zeitpunkt finden. Irgendwann zwischen dem 2. Und dem 4. Geburtstag. Wenn in der Familie gerade Ruhe herrscht und nicht zu viele Herausforderungen bestehen. Also nicht gerade während der Kitaeingewöhnung, oder wenn sich ein Geschwisterchen ankündigt, die Familie mit Umzug beschäftigt ist, bei Krankheit oder im Urlaub. Das sind alles keine günstigen Voraussetzungen. Für neue Entwicklungsschritte ist es sinnvoll, dass die Eltern sich ganz bewusst für einen passenden Zeitpunkt entscheiden und darauf achten es ihrem Kind und sich selber leicht zu machen. Manchmal bewirkt eine Erkältung mit starkem Schnupfen und verstopfter Nase, dass der Schnuller gar nicht mehr gewollt wird. Das wäre eine zu nutzende Chance.
Es ist jedenfalls keine jahreszeitliche Entscheidung und nur weil der Osterhase, Nikolaus oder das Christkind vor der Tür steht, heißt das noch lange nicht, dass es klappt.

Die Haltung ist entscheidend!
Kinder merken, wenn Eltern überzeugt sind von ihrem Tun und etwas ernst meinen. Es ist der Elternjob, dem Kind zu vermitteln, dass es jetzt an der Zeit ist den Schnuller herzugeben und dass es richtig und gut ist.

Wichtig sind kleine Schritte und Gewöhnung
Wichtig dabei ist es sein Kind vorzubereiten und es schrittweise daran zu gewöhnen, dass es künftig mit weniger Beruhigungsnuckeln klar kommt und im weiteren Verlauf den Schnuller gar nicht mehr braucht, sondern mit dem Kuscheltier und sich selber zu recht kommen kann.
Gewöhnung braucht Zeit und kleine Schritte. So könnte man in folgenden Schritten vorgehen:

Schritt 1: Der Schnuller steht nicht andauernd zur Verfügung, (damit Ruhe ist), sondern nur in wirklichen Belastungssituationen. Also so selten und so kurz wie möglich den Schnuller erlauben. Die Eltern entscheiden wer, wann, wie belastet ist und wann der Schnuller zum Einsatz kommt. Auf jeden Fall wird die Nutzung eingeschränkt und dabei immer wieder auch auf das Kuscheltier verwiesen. Das Kuscheltier wird sozusagen aufgewertet und es entsteht eine erste Ahnung, dass auch ohne das gewohnte Nuckeln ein Wohlfühlgefühl entstehen kann.

Schritt 2: Der Schnuller wohnt im Bett (und vielleicht bei längeren Autofahrten auch im Auto). Jetzt lernt das Kind, dass der Schnuller nur noch zum Schlafen und Ausruhen genutzt wird. In allen anderen Situationen tagsüber hilft das Kuscheltier, also genauer gesagt, es hilft sich das Kind selber, mit Hilfe des Kuscheltieres. Und sollte das nicht gelingen muss natürlich die Bezugsperson her.
Aber egal wie, die Regel: „der Schnuller wohnt im Bett“ ist eine klare Ansage, für Eltern und Kind verständlich und eine Hilfe dazu, dass tagsüber Trost und Beruhigung nun anders erfahren werden kann. Daran kann sich das Kind gewöhnen und es ist eine Vorstufe davon irgendwann einmal ganz ohne den Schnuller auszukommen.

Schritt 3: Wir reden darüber, dass der Zeitpunkt näher rückt, an dem wir uns von dem Schnuller verabschieden. Reden hilft, denn wenn immer davon gesprochen wird, wird es zu einer Normalität, wie viele andere Sachen auch. Natürlich kann sich ein Kind das nicht wirklich vorstellen wie es dann sein wird tatsächlich ohne Schnuller zu Recht zukommen, aber die transportierte Normalität, ist trotzdem hilfreich.
Die Eltern können sich überlegen, ob und was für eine Geschichte sie ihrem Kind erzählen wollen.
es kann die Schnullerfee kommen und ein Geschenk hinterlassen, Schnuller werden von Babys gebraucht und könnten verschickt oder verschenkt werden. Es gibt auch Schnullerbäume an die die Schnuller gehängt werden und es sichtbar wird, dass viele Kinder ihren Schnuller abgeben. Man kann den Gummianteil des Schnullers mit Hilfe einer Schere immer mehr reduzieren, oder bei einem Zahnarztbesuch den Zahnarztschnuller abholen, damit wird das Saugvergnügen schon mal ziemlich eingeschränkt. Oder sie sagen es einfach wie es ist. Die Schnullerzeit ist vorbei, du hast dich daran gewöhnt, dass du nicht mehr wie ein Baby saugen musst, du kannst jetzt viele andere Dinge machen, die auch entspannen, Bilderbuch schauen, Geschichte hören, malen, Kuscheltier nutzen, mit Eltern schmusen etc.

Schritt 4: Es tun! Nicht mit „vielleicht“ und einigen Fragezeichen in der Stimme, sondernsicher, bestimmt, klar und optimistisch. „Wir haben es besprochen –  und schaffen es gemeinsam“.
Es kann ja die Nacht gemeinsam verbracht und Hilfe angeboten werden. Das Kuscheltier rückt in den Fokus und diese Nacht geht vorbei und die nächste wird schon besser! Je sicherer die Botschaften transportiert werden, desto schneller finden sich die Kinder damit ab. Wichtig ist dass die Kinder nicht alleine gelassen werden in schwierigen Situationen, sie sollen erleben wenn es schwer wird, sind meine Eltern ganz nah, sie stehen zur Verfügung und kümmern sich. Gemeinsam lassen sich also Herausforderungen meistern und das wird nicht die letzte gewesen sein….

9. Entwicklungsstufe: Kleinkinder Hausbesuchsvideo – Teil 2

Hausbesuch: Kleinkinder Entwicklungsstufe

Bei meinem Hausbesuch bei dem drei jährigen Einar und der 4 monatigen Fjella, gab es zwei verschiedene Themen zu besprechen. Einerseits das Thema Geschwisterrivalität und andererseits das zeitlos aktuelle Thema Essen, bzw. selektives Essverhalten von Einar.
Seit der Geburt der Schwester Fjella, gibt es immer wieder Eifersuchtsattacken und kleine Übergriffe von Einar und die Eltern fragen sich, wie sie am besten damit umgehen können.
Einar wurde zum großen Bruder und das bringt natürlich zahlreiche Veränderungen mit sich. Zuerst einmal muss er von seinem Einzelkind-Aufmerksamkeits-Zeitkontingent einen Großteil der Zeit an Fjella abgeben und daran muss er sich natürlich erst gewöhnen. Günstig wäre es, wenn er es weniger als Verlust, als mehr einen Zugewinn von Papas Zeit wahrnehmen würde und beide ihre Männer-aktionen genießen und lieben.
Einar geht ja auch bis nachmittags in die Kita und ich würde es so einrichten, dass er dann zu Hause auch wirklich im Vordergrund steht. Wichtig für die kindliche Zufriedenheit ist die Wahrnehmung von Einar. Er sollte viel mit einbezogen werden zu Erwachsenentätigkeiten zB Essen herrichten und wenn Fjella dabei im Tragetuch schläft, umso besser. Das hat ihn gar nicht zu kümmern, denn er ist im Fokus, er ist ganz wichtig, er wird gebraucht und das schlafende Baby tritt in den Hintergrund.
Klug ist es zB auch beim Stillen von Fjella, Einar das Gefühl zu geben, dass er davon nicht ausgeschlossen wird, im Gegenteil es lohnt sich für ihn, wenn er ruhig dabei ist. Es ist weniger eine Zweisamkeit von Mama und Fjella, sondern mehr eine gute Möglichkeit für Einar mit Mama mal wieder Bilderbuch zu lesen, oder Memory zu spielen oder gemeinsam ein Puzzle zu legen. Entscheidend ist welches Gefühl bei Einar ankommt und die Bemerkung beim Stillen: „Fjella, jetzt gib mal Ruhe, jetzt ist der Einar dran“ wird Wunder bewirken.
Die Eltern zeigen Einar immer wieder seinen Platz in ihren Herzen und geben ihm die Sicherheit, dass nichts auf der Welt ihm diesen Platz streitig machen kann.

Klar, das „Geschwister werden“ ist ein langer Gewöhnungsprozess und bis man endlich mit der kleinen Schwester was anfangen kann, das dauert ja noch ewig. Bis dahin sollten die Eltern ihrem Sohn die Möglichkeiten der „3-Jährigen Welt“ zeigen und ihn dafür begeistern, sodass bei Einar Frieden einkehrt und die Einsicht, dass es sich wirklich lohnt 3 Jahre alt zu sein.

Desweiteren ging es bei dem Hausbesuch noch um Einars Essverhalten


Frage:

Bei dem Hausbesuch klagte Inessa über das selektive Essverhalten von Einar. Er hat bestimmte Vorlieben und solange diese gekocht werden, gibt es wenig Probleme. Aber ist es richtig diese Essenswünsche immer zu bedienen und grundsätzlich Kinder- und Erwachsenenessen zu kochen?

Wo liegt das Problem?

Natürlich hat jeder Mensch besondere Vorlieben und das darf auch so sein, aber ein heranwachsendes Kind sollte die Möglichkeit bekommen die Welt, von der das Kind ja noch nichts weiß, auch kennen zu lernen  

Antwort:

Deshalb empfehle ich nicht extra zu kochen, sondern das normale, gesunde, vielfältige Erwachsenenessen auch dem Kind anzubieten. Irgendwas sollte immer dabei sein, was auch für das Kind „essbar“ ist. Und bitte nicht grundsätzlich alles mischen, nur damit die Gesundheit ins Kind kommt, denn dadurch wird das Erwachsenenessen noch schneller boykottiert.


Mein Rat:

Deshalb wäre mein Rat, sich selber gesund und vielseitig zu ernähren und vor allem als gutes Vorbild zu dienen. Mahlzeiten haben einen hohen Stellenwert und werden gemeinsam vorbereitet und zelebriert und genossen. Jeder hat seinen Teller und es gibt das, was gekocht wurde. Nicht so Beliebtes, gibt es als kleinen Probierkleks an den Rand, ohne Verpflichtung. Schließlich kann man jeden Tag schlauer werden und eines Tages auch mal probieren. Abwertende Bemerkungen werden nicht toleriert, schließlich handelt es sich um viele wichtige Werte, die hinter einer Mahlzeit stecken.
Ist das komplette Essen, für das Kind nicht essbar weil es zB vermischt wurde und für das Kind problematisch erscheint, dann gibt es eine unlukrative Alternative zB Butterbrot.

Als Eltern hat man es in der Hand was eingekauft wird und was nicht. Ich würde bewußt und gesund einkaufen.

Wie geht es mit Süßem?
Natürlich wollen wir unseren Kindern beibringen, dass zu viel Zucker ungesund ist. Das ist klar.
Aber wenn man an die ganz Kleinen denkt, welche „voll auf Muttermilch stehen“ sollte man sich klar machen, dass Muttermilch sehr süß ist. Für alle die das nicht wissen: wenn Muttermilch auf den Boden tropft, klebt es an der Stelle. Ich weiß nicht was sich Mutter Natur dabei gedacht hat, aber eines ist klar: Menschenkinder lieben süß. Und wenn das fast vollgestillte Kind die Wahl hat, wird oft die süße Variante der Beikost bevorzugt. Natürlich kann und soll man sich an alle Geschmäcker gewöhnen und ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass man maßvoll mit Süßem umgehen sollte, aber keine überbordende Philosophie daraus machen…  

Auch beim größeren Kind kommt oft die Frage: Wie sollte man das mit dem „Süßkram“ halten?

Eines ist klar man kann dieses Problem nicht mit „Nichtkaufen“ lösen. Denn die Eltern und das Kind müssen einen Umgang damit finden und lernen. Wird Süßes tabuisiert und verboten steigert sich der Reiz ins Unermessliche und auf dem nächsten Kindergeburtstag (ohne Mama) wird richtig zugelangt, oft über den Füllungsgrad des Magens hinaus.
Also liebe Eltern findet einen für Euch gangbaren, normalen Weg ohne extreme Verknappung und Belohnungssystem.
Mein Rat: es gibt nicht regelmäßig, sondern ab und zu Süßes, weder Riesenmengen noch Miniportiönchen, angemessen halt, aber nicht wegen irgendwelcher Leistungen (oder gar zur Belohnung wegen Aufessens…), sondern weil es normal und lecker ist auch mal was Süßes zu essen.
Diesen Umgang müssen wir als Eltern vorleben. Mal gibt es einen Nachtisch, mal nicht, aber es sollte nicht zur Belohnung eingesetzt werden.

Wo wollen wir denn hin?

Das unser Kind mit Lust und Freude isst und Essen genießt.

Dass es zum Essen weder Spielen noch Ablenkung braucht.

Das es aufhört zu essen, wenn es satt ist.

Dass es gesundes Essen mag und seinen Hunger nicht durch Erbettelung von Süßkram oder großen Trinkmengen oder nächtlichen Milcheskapaden stillt.
Sich neugierig auf Neues einlässt und sich nicht selber abschneidet von den Genüssen dieser Welt, indem es verhaftet bleibt, bei seiner selektiven Auswahl

Dass unser Kind einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln lernt.

Eltern:

Heute mehr denn je haben Eltern zum Thema Essen ihrer Kinder meist genaue Vorstellungen.
Gesund soll es sein, ausgewogen, frei von Schadstoffen, auf jeden Fall mit vielen Vitaminen, Ballaststoffe nicht zu vergessen, wenig Fett und auf keinen Fall sollte es Zucker enthalten.

So der Plan der Eltern. Klingt ja auch vernünftig.

Die Welt des Essens ist groß und bunt:
Aber zuerst ist es wichtig, seinem Kind die Welt des Essens zu zeigen. Es gibt nicht nur Milch und das Essen ist nicht immer weiß und flüssig, sondern es hat verschiedene Konsistenzen, Geschmäcker, Farben und Formen, an die sich die Kinder schrittweise gewöhnen können und vor allem die sie auch lieben lernen. Sie werden Vorlieben entwickeln und auch Abneigungen, dabei spielen viele Aspekte eine Rolle.

Was ist das Wichtigste?

Aber die wichtigste Botschaft ist, dass sich Essen gut anfühlt und die Antwort auf Lust und Hunger ist. Aber das muss jeder Mensch für sich selber herausfinden. Es ist wesentlich diesen Zusammenhang zu begreifen und auch die Tatsache, dass kein Mensch (auch keine Mutter) für einen anderen hungrig oder satt sein kann und auch Lust und Appetit zu haben, muss jeder für sich selber entdecken.

Problem:

Wenn jetzt die Eltern bestimmte Mengen im Kopf haben, welche das Kind essen soll, das Kind aber vielleicht gar keinen Hunger, Lust oder Appetit verspürt, gibt es verschiedene Reaktionen darauf.

Entweder es ist für die Eltern in Ordnung und das Thema ist erledigt, oder die Eltern versuchen das Kind zu überreden noch etwas zu essen. So erfährt das Kind plötzlich besondere Aufmerksamkeit, die sich immer weiter steigern lässt, durch hartnäckiges Nichtessen.
Also nochmal im Klartext: wenn Nichtessen mehr Aufmerksamkeit beschert als Essen, wird die Nahrungsverweigerung zum kindlichen Instrument, um die elterliche Aufmerksamkeit zu steuern.

Interessanter Weise neigen Eltern dazu auf Grund ihrer eigenen „Esserfahrungen“ aus der Herkunftsfamilie, ganz gleich ob sie gut oder schlecht waren, ihren Kindern ihre eigene Welt des Essens als normal zu verkaufen. D.h. wer selber als Kind zum Essen überredet, abgelenkt oder dazu gedrängt wurde, neigt dazu dies als Normalität zu betrachten und diese auch seinem Kind zu zu muten. Liebe Eltern lasst bitte locker, ihr könnt daraus aussteigen und neue Wege gehen.

Jede Familie entscheidet selber über ihre Essenskultur, gemeinsame Mahlzeiten haben einen hohen Stellenwert, sie sollten keine Plattform bieten für Eltern-Kind-Machtkämpfe.

Wenn Nichtessen ein kindliches Instrument wird, um elterliche Aufmerksamkeit zu erreichen, fühlt sich das mit Aufmerksamkeit beschenkte Kind („jetzt iss doch“) zwar besser, aber es läuft was falsch: es wird zum Nichtessen erzogen.

Wenn elterliche Kontrolle ein Instrument wird, um gesundes oder eine bestimmte Menge Essen ins Kind zu bekommen, fühlen die Eltern sich zwar besser – aber es läuft ebenfalls was falsch, denn es geht ja darum, dass das essende Kind sich besser fühlt und eine positive Verknüpfung zwischen Hunger –  Essen und Sattsein erlebt. Ein solcher Machtkampf von Kontrolle oder Erpressung erreicht das Gegenteil.

Oft gelingt es den Eltern nur mit Erpressung. Wenn du dies und jenes auf ißt, dann gibt es Nachtisch, sonst nicht. Ist es sinnvoll ein Belohnungssystem für etwas einzusetzen, was selbst Belohnung sein sollte.

Ist es sinnvoll von klein auf ein Konzept zu vermitteln: wenn du was ungeliebtes isst/tust – gibt es eine süße Belohnung. Dann wird genau das Gegenteil erreicht von dem was gesundheitsbewusste Eltern anstreben. Das Gesunde wird nicht positiv besetzt, sondern es wird als notwendiges Übel erduldet um Belohnung – Süßes zu erreichen. Die Verknappung des Süßen verstärkt dabei den Belohnungscharakter.

Diese Konditionierung bekommt man schwer wieder los. Wie viele Erwachsene müssen sich nach besonderen Leistungen auch besonders belohnen oder trösten und dies geschieht meist nicht mit einem Apfel…

Ich empfehle dringend die immer richtige und bewährte Goldene Essensregel zu beachten:

Eltern bestimmen wann und was gegessen wird – das Kind bestimmt wieviel!

Die Antwort auf Hunger ist Essen und die Antwort auf Sättigung ist Essen aufhören. Wenn alle Menschen diese doch so einfache Botschaft verinnerlicht hätten, gäbe es weniger essgestörte Menschen.
Wenn den Kindern dieser Welt, das Schöne, Lustvolle und Wohltuende beim Essen gezeigt wird, ohne Verpflichtung jemand anderen dadurch glücklich zu machen, könnten alle die Mahlzeiten mehr genießen und es gäbe weniger Streit um Mengen und Manieren und plötzlich gäbe es ganz viel Zeit für das, was neben dem Essen noch viel wichtiger ist, – für das Liebhaben.

8. Entwicklungsstufe: 8-12 Monate  –  Kuscheltier find ich gut und Einschlafen kann ich selber!

Kuscheln im Bettchen: Kleinkinder

Wenn das Baby nun in den ersten Monaten erfahren hat, dass Einschlafen leicht geht, es sich an eine Einschlafroutine gewöhnt hat und auch das nächtliche Aufwachen mit mehr oder weniger Hilfe bewältigt, ohne trinken oder elterlichen Umhertrageservice, dann fehlt nicht mehr viel, dann ist das Durchschlafen nicht mehr weit.

Was passiert in der Entwicklung?

Der große 2. Reifungsschub mit neun Monaten bringt dem Kind die Erkenntnis, dass es sich getrennt von seiner Mama als eigenständiges Wesen erlebt. In Verbindung mit der motorischen Weiterentwicklung, also größerer Reichweite beim Krabbeln, erlebt es sich als zunehmend selbstständiger, es entwickelt eigene Ideen und entdeckt seinen Willen. Die Natur hat diesem Entdeckerdrang natürliche Grenzen gesetzt, nämlich das Fremdeln und die Trennungsangst. Wie eine unsichtbare Nabelschnur sorgt diese Fremdangst dafür, dass unsere Kinder nicht verloren gehen in der Welt. Das Kind erkennt: nicht nur es selbst kann wegkrabbeln, sondern Mama auch. Um die Mama auf den Plan zu holen, gibt es ein altbewährtes Mittel: das Kind schreit, Mama hört es, kommt und schaut nach dem Rechten. Und das ist auch gut so. Diese Sicherheit schafft Geborgenheit!
Optimaler Weise ist das Kind sicher gebunden, es nutzt das Wohlgefühl bei den Eltern als sichere Basis und gerade wenn sich ein Kind sehr sicher sein kann, dass die Bezugsperson, wenn es schwierig wird, immer erreichbar ist und hilft, dann kann es sich unbesorgt auf die Socken machen und die Welt und sich selber darin entdecken.

Es erlebt sich selbst wirksam in dem was es tut aber auch darin seine Eltern mit Erfolg zu steuern.

Das heranwachsende Baby und seine Eltern – wer hat welchen Job?

Plötzlich sehen sich die jungen Eltern einem Baby gegenüber, welches nicht mehr im Bett liegt und meckert, sondern einem Kind was am Bett steht und aus Leibeskräften schreit. Alarmiert nehmen sie das Kind auf den Arm und das Kind bekommt auf die Frage: „Wie geht es jetzt weiter?“ die Antwort: „Keine Ahnung – ich nehme dich erst mal hoch“ als „Beruhigungsmaßnahme“ würde die Mama sagen – als „Belohnung“ würde ich sagen. Dem Kind ist es egal, Hauptsache es kümmert sich jemand um diese unklare Situation. Kümmern heißt in diesem Fall ziemlich lange beruhigen und noch länger umhertragen, auf jeden Fall erfüllen die Eltern die Aufgabe des Beruhigens und übernehmen den Einschlafjob. Das ist für das Kind erstmal sehr bequem, denn der Schlaf kommt ohne sein Zutun, zumindest bis zum nächsten Schlafphasenwechsel. Dann kann es aber durch Schreien und Aufstehen erneut die gleichen elterlichen Maßnahmen in Gang setzen.

Wie kommt man da wieder raus?

Jetzt ist „was Neues lernen“ dran – nämlich: „Hinlegen, Schnuller, Kuschel suchen und weiterschlafen“. Günstig wäre es, wenn das Kind neben den Eltern schläft und ganz schnell die richtige Botschaft bekommt.
Bereits ausquartierte Kinder, welche sich beim nächtlichen Erwachen alleine im Kinderzimmer wiederfinden, haben 1. das Problem mit der Trennungsangst und 2. dauert es bis ein Elternteil angeschlappt kommt, das Kind ist dann bereits glockenwach und der Schlaf in weite Ferne gerückt.

So ist die bessere Strategie möglichst schnell mit „Weiterschlafsprache“ (sch sch sch, alles gut, leg dich hin…) zu reagieren, auf Matratzenhöhe abzutauchen, mit der Hand auf die Matratze klopfen und dem Kind beibringen, dass jetzt Hinlegen, sich helfen und Weiterschlafen angesagt ist. Es wird gemeinsam der Schnuller oder das Kuscheltier gesucht und beim Weiterschlafen nur mäßig unterstützt. So viel wie nötig und so wenig wie möglich

Kindliche Eigenregulation

An der Stelle wäre es gut zu reflektieren, was kann mein Baby eigentlich schon selber und was muss ich als Elternteil für mein Kind übernehmen. Denn ein Kind kann nur selbstregulative Fähigkeiten entwickeln, erproben und einüben, wenn die Eltern dafür Raum und Möglichkeiten schaffen.

Das beste Beispiel ist der Schnuller. Wenn Eltern ihrem Kind den Schnuller immer in den Mund stecken, dann lernt es nicht ihn selber zu suchen, zu greifen, den Mund zu treffen, kurz: ihn selber zu nutzen. Das können die Eltern so jahrelang beibehalten, vor allem in der Nacht, wenn das „Schnullerstecken“ zum gewohnten „Weiterschlafservice“ geworden ist.

Eltern sollten Eigenregulation fördern – Schnuller

Dazu wäre mein Rat: ab dem 6. Monat gehört der Schnuller in die Hand, nicht in den Mund, mehrere Schnuller im Bett erhöhen die Wahrscheinlichkeit für das Kind einen Schnuller zu finden. Die Eltern sollten dem Kind beim Schnuller suchen helfen und nicht das Problem des Schnullersuchens für das Kind lösen.
Diese Botschaft gilt für das ganze Leben: Eltern sind nicht dazu da die Probleme der Kinder zu lösen, sondern sie in die Lage zu versetzen, dass sie im Laufe der Zeit ihre Probleme selber lösen können.

Für das Problem des nächtlichen Erwachens bedeutet das: die schnelle Lösung (Schnullerstecken) blockiert die kindliche Eigenregulation und es lernt nichts außer: je lauter ich schreie, desto schneller kommt der Schnuller in meinen Mund.

Merke: Elternhilfe blockiert Eigenhilfe

Kuscheltier – wozu braucht man es?

Außer dem selbstständigen Schnullerhandling empfehle ich das Einführen eines sogenanntes „Übergangsobjekts“. Ein Kuscheltier nicht zu groß und nicht zu klein, keine Geräusche sollte es machen, es sollte ein Markenteil sein, welches man wieder bekommt. Überlegen Sie es sich gut, denn es soll ja lange halten.

Nicht um die Eltern mit einem Stofftier zu ersetzen, sondern um das Kind in die Eigenregulation zu führen. Diese Eigenhilfe ist nachts so wichtig, denn wer beim nächtlichen Erwachen sich selber helfen kann, braucht seine Eltern nicht als Erfüllungsgehilfen lauthals wecken.

Problem: Kein Kind was erfolgreich den Eltern den Weiterschlafjob überlässt hat ein Interesse an so einem passiven Stoffobjekt.

Kuscheltier – wie mache ich es meinem Kind vertraut?

Erst mal in einfachen Situationen, außerhalb des Bettes am Tage. Am besten gibt es Kind und Kuschel im Doppelpack. Es ist immer dabei, damit es in Tröste-, Beruhigungs- und Entspannungssituationen zum Einsatz kommen kann. Bei einem „kleinen Aua“ kommt natürlich Mama, nimmt das Kind hoch, pustet und macht „heile heile Segen“ und natürlich kommt das Wohlgefühl von der Mama, aber die Kuschel ist immer dabei und im Laufe der Zeit kann das gute Gefühl mit dem Kuscheltier verknüpft werden. Es ist beim Stillen oder beim Flaschetrinken dabei, bei Autofahrten oder beim Bilderbuch anschauen. Es braucht einen Namen und das Kind erlebt, dass die Eltern ihm eine hohe Wertigkeit zu schreiben. Natürlich ist es auch beim Beruhigen und beim Schlafen dabei, aber anfangs, wird es noch oft den Eltern um die Ohren fliegen, denn es braucht Zeit für so eine Beziehung für so einem Schlaffreund. Denn wenn wir ehrlich sind ist ein passives Stoffobjekt, aus dem keine Milch und auch keine Beruhigung rauskommt, erstmal zum Beruhigen für das Kind unbrauchbar. Es wird immer die interaktive Elternhilfe bevorzugen. Denn schließlich weiß Mama sogar besser als das Kind selber, wie es sich beruhigen kann.

Neue Abhängigkeit oder Geschenk?
Ist ein Kuscheltier sicher etabliert, besorgen sie noch ein zweites oder sogar drittes. Eins wohnt in der Kita, eins ist „in Betrieb“ und das andere beim Waschen. Und je größer die Kinder werden, desto mehr wohnt das Kuscheltier im Bett. Es heißt ja „Übergangsobjekt“ in der Psychologie, es hilft beim Übergang von der Elternhilfe zur Selbsthilfe und wenn ich was selber gut kann, dann brauch ich das Tool dazu gar nicht mehr so dringend.
Eins ist klar, ein Kind das mit Kuscheltier ruhig wird hat eins gelernt: Selbstberuhigung!

Das ist ein großes Geschenk an das Kind! Wenn die Eltern nicht immer sofort den einfachsten Weg gehen, sondern ihr Kind etwas Neues lehren, dann eröffnen sie ihm damit einen neuen Weg – nämlich die Möglichkeit sich selber zu helfen.
Es kostet Mühe, Geduld und die Größe sich selbst etwas zurück zunehmen für ein höheres Ziel, denn es geht nicht nur um die Nacht, in der die Eltern schlafen wollen, sondern auch um den Tag, der viele Herausforderungen bietet. ZB die Kitaeingewöhnung, oder die Tatsache, dass ein Geschwisterchen plötzlich in Mamas Armen auftaucht. Es geht um die ganz normalen Krisen des Alltags, die sich leichter meistern lassen, wenn ein Handlungsschema besteht. Dafür sind Sie als Eltern zuständig, sie entscheiden was in der Welt ihres Kindes normal ist und wie das Leben gelebt wird.

7. Durchschlafen

Nachts alleine einschlafen Babys

Wenn das Baby nun in den ersten Monaten erfahren hat, dass Einschlafen leicht geht, es sich an eine Einschlafroutine gewöhnt und damit eine Schlaferwartungshaltung entwickelt hat und schon ein bisschen mithilft beim Einschlafen (Schnuller und Kuschel), dann sind das beste Voraussetzungen zum Erlernen des Durchschlafens.

Typische Entwicklungsaspekte beim Halbjährigen Kind

Der große 1. Reifungsschub mit drei Monaten ist vorbei, das Baby wird älter, reifer und allerlei anstrengende Veränderungen treten nun auf. Ab dem 4., 5. Monat nehmen die Kinder immer mehr wahr, sie entdecken die Welt und so sind die halbjährigen Kinder unglaublich aufmerksam, interessiert an allem und dadurch sehr ablenkbar. Zum Stillen/Trinken tagsüber haben sie kaum mehr Geduld und Zeit, denn es gibt so viel Spannendes am Tage zu erleben. So tritt die Nahrungsaufnahme am Tage in den Hintergrund insbesondere dann, wenn Nachts die unbeschränkte Möglichkeit zum Ausgleich des Kaloriendefizits besteht.

Auch im Gehirn passiert unglaublich viel. Es kommt zur Verbindung der beiden Hirnhälften und es besteht ein Maximum an Synapsenbildung. Diese Hirnumbauprozesse gehen nicht spurlos am Kinderschlaf vorbei. Tagsüber erwacht das Baby jetzt oft nach 30 Minuten und auch der Nachtschlaf wird unruhiger und plötzlich erwacht das Baby in diesem Alter, nachts ziemlich genau alle 2 Stunden.

Das hat schlafphysiologische Hintergründe. Die Schlafzyklen, welche Leicht-,Tief- REM-Schlaf und Wachphasen beinhalten werden Nachts mehrfach durchlaufen und so gehört das  Zwischenerwachen genau so zur Nacht, wie unterschiedliche Schlaftiefen. Bei jedem Wechsel der Schlaftiefe kann das Gehirn erwachen und „Schlafanfänger“ müssen erst lernen die Schlafphasen zu verbinden.
Das häufige Erwachen im Schlafphasenwechsel ist also typisch für dieses Alter, es ist ganz normal und sollte nicht automatisch mit Hungergefühlen fehlgedeutet werden.

Die Babys vergewissern sich, ob noch alles in Ordnung ist. Dabei vergleichen sie die Erwachens- mit der Einschlafsituation und sind irritiert, wenn diese sich unterscheiden.

Wer mit Einschlafstillen/Tragen in den Schlaf gezaubert wurde, erwartet beim Erwachen die Mutterbrust im Mund oder erwartet sich auf dem elterlichen Arm. Wenn sich das anders darstellt gibt es erstmal – Alarm. Die Mutter kommt und versucht die Welt wieder zu ordnen, in dem sie erneut stillt oder trägt.

Es wird durch Brust oder Flasche zwar meist schnelles Weiterschlafen erreicht, doch ganz nebenbei wird das Baby so satt, dass es bis in den Tag hineinreicht.
Schlafen und Essen sind Grundbedürfnisse eines jeden Menschen und natürlich muss das Baby ausreichend Kalorien zu sich nehmen. Aber ob die nötigen Kalorien auf 24 Std. verteilt, auf den Tag oder die Nacht verlegt werden, das hängt von den Eltern ab.
Sie entscheiden mit ihren Angeboten über den Tages- und Nachtverlauf, das Nahrungsangebot und wann Schlaf bzw. Unterhaltung stattfindet. Dies wird zur Normalität und im weiteren Verlauf zur Gewohnheit des Kindes.

Weiterschlafservice

Jede Form von „Weiterschlafservice“ wird vom Kind dankend angenommen, denn beide Teile, Eltern und Kind wollen Nachts möglichst schnell wiedereinschlafen. Das Baby gewöhnt sich daran, mit dem Problem, dass die liebgewonnenen Gewohnheiten im Bedarfsfall – also alle 2 Stunden lauthals eingefordert werden und dadurch schnell ein Erregungszustand erreicht wird, welcher das Weiterschlafen erschwert oder gar unmöglich macht. Dann kommt in der nächsten Erwachens Situation natürlich nur wieder das erwartete, gewohnte Verhaltensmuster in Frage, denn jede Verhaltensveränderung wird durch den kindlichen Protest im Keime erstickt. Deshalb werden diese Muster oft sehr lange, teilweise über Jahre hinweg aufrechterhalten. Und so kommt es, dass Kinder jeden Alters, nachts regelmäßig trinken, hochgenommen werden wollen, an den Eltern fummeln, saugen oder deren Haare drehen und ein Ausstieg davon den Eltern unmöglich erscheint.

Kindliche Eigenregulation

Das heranwachsende, reifere Baby kann aber schon sehr viel lernen. Altersgemäß entwickeln sich selbstregulative Fähigkeiten, aber nur wenn diese nicht blockiert, sondern gefördert werden.
Wenn also die Eltern grundsätzlich den Beruhigungs- und Einschlafjob des Kindes komplett übernehmen, verhindern sie damit die Eigenregulation des Babys.
Merke: Elternhilfe blockiert Eigenhilfe
ZB wird beim gerne praktizierten Einschlafstillen/Einschlafen an der Flasche zwar Nähe, Geborgenheit, glückseeliges satt werden und Einschlafen ermöglicht, aber der Eigenanteil des Kindes am Beruhigen und Einschlafen besteht aus Saugen und Schlucken.
Auch andauernde Bewegungsimpulse (Tragen, Pezziball, Federwiege) sind ungünstig und gaukeln dem Kind eine immerfort bewegte Welt vor, die nachts allerdings stillsteht und die sich erst durch Schreien wieder in Bewegung setzt. Diese Einschlafassoziationen werden also in der Nacht bei jedem Erwachen lauthals eingefordert – kein Wunder, wenn das Baby keine andere Idee vom Einschlafprozess hat.
Im Gegensatz dazu kann das gleich alte (satte) Baby, welches durch eine Einschlafroutine[DD2]  (Verweis) schon gelernt hat, etwas mit zu helfen beim ruhig und schlafbereit werden, zufrieden Schnullern, am Kuscheltuch [DD3] (Verweis) fummeln, der elterlichen Stimme lauschen und sich mit Wohlgefühl dem Schlaf überlassen. Dieses Baby hat deutlich mehr Eigenanteil am Einschlafen und wenn in der Nacht Wiedereinschlafen nötig ist, können die Eltern ihre Hilfen zurücknehmen und so dem Kind die Möglichkeit geben, seine eigenregulativen Fähigkeiten zu entdecken und zu üben.  

Vorgehen in der Nacht – Weiterschlafsprache

Also Kinder müssen geborgen, satt, müde, zufrieden und schlafbereit sein, um gut einschlafen zu können. Haben sie eine schlafhinführende Einschlafroutine gelernt, können sie auch Abends im Vorfeld gestillt, dann „runtergekuschelt“ und im Bett zunehmend selbstständiger einschlafen. Sie haben gelernt einschlafen geht ganz leicht. Wenn sie dann Nachts erwachen, ist es anfangs notwendig prompt aber moderat zu helfen. Später wird die Hilfe immer mehr zurückgenommen und das Kind lernt sich selbst zu beruhigen.

Ich möchte alle Eltern dazu ermutigen, beim typischen Zwischenerwachen ihren Schlafanfängern das Weiterschlafen zu lehren:
D.h. eine „Weiterschlafsprache“ muss her:  „Sch – sch- sch-Geräusche,“ „alles gut“, kein Blickkontakt, rhythmisches Popoklopfen, sanftes Bewegen, kurzes Umbetten: „bitte wenden“, streicheln, Kuscheltuch/tier, Schnuller geben, singen, summen, Wohlfühlgefühl liefern, Bettchen hin und her fahren und möglichst schnell weiterschlummern und nicht automatisch stillen oder rausnehmen.
Dieses Vorgehen fördert die eigenregulativen Fähigkeiten des Babys und die physiologischen Schlafabläufe werden nicht gestört oder unterbrochen. Damit unterstützen die Eltern die kindliche Schlaf-Wach-Organisation und das Baby kann erfahren, dass kurzes Zwischenerwachen kein Grund zum vollständigen Aufwachen ist und schon gar kein Grund zum andauernden Essen/Stillen/Trinken.

Merke: Der Schlaf-Modus sollte aufrecht erhalten und nicht durch Trinken oder heraus nehmen gestört werden. Eltern sollten Ihr Kind lehren, dass Aufwachen kein Problem, sondern normal ist – es ist ein Anlass zum Weiterschlafen nicht zum Essen!

Natürlich darf altersgemäß und mit sinnvollen Abständen auch gestillt oder Flasche gegeben werden zB 1-2 x Nacht. Meine Empfehlung ist es aber zu transportieren, dass in der Nacht geschlafen und wenig gegessen wird. Tagsüber achten wir auf häufigere regelmäßige Mahlzeiten und ausreichende Kalorienversorgung. Ab dem 6. Monat können Kinder lernen Ihren Kalorien bedarf (überwiegend) tagsüber zu decken.  Aber nur die, welche Nachts (wenig) keine Kalorien zu sich nehmen.
Auch ans Weiterschlafen kann das Baby sich gewöhnen– anfangs mit Hilfe, später selbstständig

Voraussetzung für die kindliche Eigenregulation

Eltern helfen nur so viel wie nötig – so wenig wie möglich – und irgendwann gar nicht mehr!
Natürlich muss im Verlauf die elterliche Hilfe schrittweise zurückgenommen werden, damit das Kind in dem gleichen Maße lernt, sich selber zu regulieren.

Zu Beginn gibt’s beim Zwischenerwachen sch-sch-sch, Lagekorrektur und Schnuller und Kuschel in die Hand, dann gibt’s sch-sch-sch und die Einschlafhilfen wandern nur noch in die Nähe der Hand, dann kommt nur noch ein sch-sch-sch und schlußendlich holt sich das Baby Schnuller und Kuschel selber im Halbschlaf, dreht sich um und muggelt sich zurecht und die Eltern bemerken dieses Zwischenerwachen gar nicht mehr. Sie verkünden stolz: Mein Kind schläft durch!  

Schlussgedanken

Wäre es nicht großartig, wenn:

  • diese Zusammenhänge den Eltern schon im Babyalter klar wären
  • die 2 stündige Nachfrage nach Weiterschlafhilfe nicht automatisch immer mit Essen/Trinken/Bewegung, sondern mit Beruhigung einherginge?
  • Eltern grundsätzlich mehr Augenmerk auf das Beruhigen legen würden
  • Eltern eine Weiterschlafsprache erlernen würden?
  • Eltern ihre Co-Regulation altersgemäß zurücknehmen und so ihre Kinder in die Eigenregulation führen würden?
  • Wenn die anstehenden Entwicklungsaufgaben zum altersgemäßen Zeitpunkt gemeinsam bewältigt werden?
  •  

Wenn Eltern diese Zusammenhänge verstanden haben, könnten sie

einen Grundstein legen für eine lebenslang gute Schlafkultur.

6. Einschlafen ist kein Kinderspiel!

Einschlafen ist kein Kinderspiel - Einschlafprobleme Kleinkind

Manche Babys haben gar kein so großes Problem einzuschlafen. Aber jedes vierte Baby tut sich schwer sich von den Reizen des Tages zu verabschieden, die Augen zu schließen sich zu entspannen und sich dem Schlaf zu überlassen.

Einschlafen geht ganz leicht
Kleine Babys brauchen dabei Unterstützung, denn ihr unreifes Gehirn weiß noch nicht, dass das komische Gefühl, das diffuse Unwohlsein, bei dem plötzlich Arme und Beine zappeln und die Welt sich anstrengend anfühlt, Müdigkeit bedeutet. Und dass dieses Unwohlsein verschwindet, wenn man einschläft. Diesen Zusammenhang sollten alle Babys von Anfang an erfahren, lernen und positiv besetzen.
Das ist das Ziel: Alle Babys sollen lernen einschlafen geht ganz leicht!

Einschlafen ist aber oft sehr schwer!

Jetzt gibt es zahlreiche Umstände die dieses Ziel erschweren.
Kleine Babys sind oft nicht leicht zu verstehen. Das „Baby lesen“ ist deshalb so schwer, weil sie eben oft selber nicht wissen, was sie brauchen und diese Zusammenhänge erst erfahren müssen.

Wenn jetzt ein Baby bei einer Unmutsäußerung die Brust bekommt, beruhigt es sich zwar, es wird auch satt und vielleicht schläft es auch dabei ein, und so erscheint Stillen erstmal als Universallösung. Aber es ist nicht immer die richtige Antwort auf Babys Frage. Denn was tun wenn Baby satt ist, die Brust nicht will, sich aufregt und von ruhig werden weit entfernt ist?

Dann wird versucht erstmal das Baby zu beruhigen, es etwas abzulenken vom Schreien, dazu tauchen neue Reize auf, das Föhngeräusch oder stärkere Bewegungsimpulse, alles aus der Not heraus sein Baby zu erreichen, es zu beruhigen. Oft gelingt es nur auf einem hohen Reizniveau das Kind wieder zur Ruhe zu bringen, das wird dann zur Normalität des Kindes und das Baby gewöhnt sich daran und fordert künftig dieses Reizlevel ein.

Was braucht mein Baby – wann?

Die Anfangszeit ist charakterisiert durch häufige Mischzustände. Nicht richtig satt und nicht richtig ausgeschlafen. Ich rate allen Eltern sich mit Babyentwicklung ein wenig auseinander zu setzen und sich zu informieren über einen altersgemäßen Babyalltag.

Spiele und Späße:
Im satten, ausgeschlafenen und aufnahmefähigen Zustand sind schöne Zwiegespräche zwischen Eltern und Baby eine wichtige Beziehungserfahrung. In altersentsprechender Kommunikation mit Ammensprache: (einfach, langsam, wiederholend) Lautieren, gegenseitiges Imitieren, Blickkontakt, Blickverfolgung, Antwortlächeln, das sind die Highlights der kleinen Babyzeit. Übrigens ist das sehr anstrengend und geht eh nicht besonders lange, daher unbedingt genießen, möglichst bei jedem Wickeln.

Sättigung:

Natürlich muss das Baby satt sein, das ist allen klar. Bei Flaschenkinder ist es einfach, man sieht die Milchmenge. Bei Stillkindern braucht es ein bisschen Erfahrung, denn es ist entscheidend, ob das Baby wirklich trinkt oder nur nuckelt. Die reine „Brustverweilzeit“, welche gerne in Still-Apps eingetragen wird, sagt ehrlicherweise nicht viel über die tatsächliche Milchmenge, welche beim Baby ankommt. Also reflektiertes Stillen ist angesagt (wird wirklich geschluckt?) Man kann dies auch gut mit der Hebamme besprechen und fühlt sich dann sicherer.

Wachzeit – Schlafdruck:  
Wie lange kann ein Baby, in welchem Alter, gut wach sein?

0-4 Monate: 1-2 Std, 5-7 Monate: 2-3 Std, 8-10 Monate:3-4 Std, 11-12 Monate: 5-6 Std morgens kürzer als Abends!
Die Wachzeit entscheidet über den Schlafdruck, also die körperliche Müdigkeit, welche eine Voraussetzung für Einschlafen ist.  Wir sprechen auch vom Schlaffenster, dem optimalen Einschlafzeitpunkt.
Schläft ein Baby an der Brust ein und wacht dann nach kurzer Zeit beim Ablegen wieder richtig auf, ist es erst mal wach, das Weiterschlafen ist schwer (Schlaffenster zu) und es gelingt ein erneutes Einschlafen erst wieder nach einer gewissen Wachzeit.

Schlafbereitschaft:

Ist ein Zustand, indem sich das Baby geborgen, gut und ruhig fühlt. Es will gar keine Reize mehr, es kuschelt sich an, wird schwer und entspannt zunehmend, es lauscht noch ein bisschen auf die elterliche Stimme, genießt das gehalten werden und die sanften Bewegungsimpulse und überlässt sich immer mehr dem Wohlgefühl des Einschlafens. Wenn Babys diese Einschlafsprache positiv erleben und wiederholt erfahren, dann helfen sie bald schon ein bisschen mit, sie werden immer schneller schlafbereit, weil sie den Weg zur Entspannung verstanden haben.

Bitte keinen Einschlafkampf!

Wichtig zu wissen ist, dass man sein Kind nur in die Entspannung locken kann. Man kann sein Kind nicht in die Entspannung zwingen! Sonst entsteht ein Einschlafkampf, der nur im kleinen Babyalter von den Eltern gewonnen wird, beim heranwachsenden Baby führt es zu immer mehr Gegenwehr und das Einschlafen wird dadurch verhindert und unmöglich.

Einschlafroutine:

Eine positiv besetzte Verhaltenskette oder Einschlafroutine soll das Kind auf die nahende Schlafenszeit einstimmen. Dabei ist es wichtig, dass keine wilden Sachen mehr passieren. Auch nicht der arbeitende Papa plötzlich herein schneit und das „runtergekuschelte“ Kind wieder „aufdreht“. Es ist für das Kind eher langweilig als unterhaltend, denn es soll ja die Chance bekommen seine eigene Müdigkeit zu spüren Mit immer gleichen Abläufen, ergibt sich ein Wiedererkennungswert für das Baby, es weiß dann schon es geht ums Schlafen.

Einschlafsprache

Meine Empfehlung für alle Eltern ist es, eine altersgemäße individuelle Einschlafsprache zu erfinden. Mit Sprache meine ich auch aber nicht nur Worte, sondern den gesamten Umgang. Wie Sie das Baby halten, erst mal aufrecht über der Schulter, sie haben abgedunkelt, denn das Baby soll sich ja von den Reizen des Tages verabschieden. Es braucht auch keinen Blickkontakt mehr, denn die Augen sollen ja zu gehen und nicht offen bleiben. Eine lockende, weiche, langsame, leise und langweilige Stimme singt, brummt oder spricht mit dem Baby. Sie sind im Kontakt körperlich aber auch verbal, bezugnehmend aufs Baby und versuchen ihre eigene Ruhe und Entspanntheit auf das Kind zu übertragen. Sanfte Bewegung und ein beantwortendes Miteinander (bei Abwehr etwas mehr bewegen und lautere Stimme, beim Ruhiger werden des Kindes, auch weniger und leiser agieren) und vor allem diesem Prozess Zeit geben, das ist wichtig. Wenn Sie die Entspannung beim Kind spüren, dann wird es langsam schlafbereit. Es kann dann in die Waagrechte rutschen, sich in die Ellenbeuge schnuffeln und dann „schlafnah“ abgelegt werden. Am besten in die Seitenlage, stabil gelagert mit einer Rolle im Rücken, welche den elterlichen Arm ersetzt. (Eine kleine Rolle am Bauch verhindert das Kippen in die Bauchlage)
Das Gute an einer solchen universellen Einschlafsprache ist, dass das jeder erlernen kann, der Papa genauso wie der Opa, oder die Erzieherin in der Krippe. Das Baby ist nicht abhängig vom schlucken – saugen an Brust oder Flasche, oder anderen körperbezogenen Einschlafhilfen, es hat Schnuller oder Kuschel, hat Beruhigung und Einschlafen positiv verknüpft, kann schon selber mithelfen und schließlich weiß es wie einschlafen geht.

5. Schnuller – Kuschel: selbststeuerbare Einschlafhilfen!

Einschlafhilfen Kleinkinder: Schnuller Kuscheltier

Sollte man einen Schnuller angewöhnen?

Für alle Eltern gilt, Informationen einholen, sein Kind beobachten, hin fühlen und auf das Bauchgefühl hören.
Wenn Sie dann der Meinung sind, ein Schnuller passt nicht zu Ihnen und Ihrem Kind, dann lassen Sie das „Schnullerprojekt“ sein und intensivieren in Ihre Bemühungen, dem Kind ein Kuscheltier vertraut zu machen. Denn es geht bei den selbststeuerbaren Beruhigungshilfen ja eigentlich darum, die Eigenregulation des Kindes zu unterstützen und dem Kind einen „Wohlfühlbereich mit eigenem Zugang“ zu vermitteln.
Mit dem Schnuller geht das schon sehr früh. Beim kleinen Baby besteht noch der angeborene Saugreflex und das ausgeprägte Saugbedürfnis wird durch den Schnuller befriedigt und es lernt saugen und ruhig werden zu verknüpfen. Diese positive Erfahrung des Entspannens wird dann auch beim Einschlafen helfen. Ein Baby, das am Schnuller ruhig wird hat schon verstanden, dass es zu seiner eigenen Befindlichkeit etwas beitragen kann – nämlich Saugen…
Natürlich ist das in den ersten Monaten mit den Eltern verbunden, denn diese müssen für die Schnuller Bereitstellung, Gewöhnung und die positive Verknüpfung sorgen.(Gleiches gilt übrigens für das Kuscheltier)

Was ist die eigentliche Idee dahinter?
Die eigentliche Idee der selbststeuerbaren Beruhigungshilfen ist, dass die Kinder sich diese selber finden und selbstständig nutzen können und damit unabhängig werden von der Aufmerksamkeit der Eltern. Denn zB. nachts im Schlaf ist die elterliche Aufmerksamkeit naturgemäß erstmal nicht vorhanden. Wenn ein Kind sich dann beim nächtlichen Erwachen selber helfen kann und zB Schnuller oder Kuschel selber findet, nutzt und weiterschläft, werden die Eltern nicht angefragt oder geweckt.

Das Kind kann sich ein Wohlgefühl, Entspannung und Weiterschlafen selber verschaffen, auch wenn Mama oder Papa im eigenen Traumland unterwegs sind.

Wie kann man den Schnuller angewöhnen?

Von Anfang an, immer dann, wenn es um Entspannung geht. Der angeborene Saugreflex hilft anfangs mit, aber es ist auch möglich einen Schnuller noch später anzugewöhnen. In guten Situationen, wenn das Baby nicht schreit, vielleicht ist es leicht müde und Sie imitieren mit dem Schnuller die Saugbewegung im Mund, Sie sprechen leise, lockend und verbreiten Wohlfühlgefühl. Manchmal gelingt es auch gut in der Trage, die Kinder für den Schnuller zu begeistern. Auf jeden Fall sollten die Kinder im Laufe der Zeit ganz vertraut mit dem Schnuller/Kuschel werden und dazu ist es nötig, nicht nur im Bett zu üben, sondern auch außerhalb des Bettes, tagsüber in Tröste, Entspannungs- und Beruhigungssituationen. Der Schnuller wird auch zum Spielen auf der Krabbeldecke angeboten, denn das Handling von diesem kleinen Objekt ist nicht leicht für ein Baby und bis das „wie im Schlafe“ gelingt braucht es viel Übung.

Den Schnuller zu fassen, den Mund zu treffen, mit der richtigen Seite, das muss alles erst erfahren, gelernt und geübt werden. Übrigens das Handling eines Kuscheltuches/tieres ist da deutlich einfacher. Da gibt es keine richtige Seite und es ist in der Regel so groß, dass das Baby es leicht finden und fassen kann. Ob es allerdings mit einer Bedeutung aufgeladen ist und damit auch beruhigt, das hängt von den Eltern ab und in wie weit diese, ihrem Kind positive Verknüpfungen damit verschafft haben.

Erstmal auf die Idee kommen dann selber suchen, finden, nutzen
Wenn Schnuller und Kuschel tagsüber gut funktionieren, heißt das noch lange nicht, dass es auch nachts klappt. Denn schließlich wird da ja geschlafen und das erwachende Baby ist erstmal desorientiert. In der Regel wollen Eltern nachts besonders schnell weiterschlafen und sie wollen nicht riskieren, dass das Baby womöglich richtig wach wird. So wird meist schnell, beim ersten Mucks der Schnuller in den Mund gezaubert, noch bevor das Kind überhaupt merkt, dass es wach wird. Das ermöglicht zwar oft zügiges Weiterschlafen, aber das Kind selber hat es gar nicht mitbekommen, es schläft weiter ohne eigenes Zutun. Wenn das über längere Zeit so praktiziert wird, leisten die Eltern den Schnullerservice, unter Umständen alle 2 Stunden beim Schlafphasenwechsel. Das Kind bleibt dabei passiv und kommt gar nicht in die Situation sich selber helfen zu müssen. Es kommt also gar nicht auf die Idee sich selber zu helfen, sondern ist damit höchst zufrieden, wenn die Eltern funktionieren und diese den eingeforderten Weiterschlafservice prompt erledigen.
Dies ist ein gutes Beispiel dafür: wie das elterliche Verhalten, die kindliche Eigenregulation blockiert.
So treffe ich häufig auf Familien, deren eineinhalb Jährige nachts mehrfach schreiend am Bettgitter stehen, die Augen zu- weil müde – den Mund offen – weil Schnuller erwartend.
Als Gegenbeispiel dazu, im Sinne von Selbstfürsorge, kann ich Ihnen aber auch die 9 Monate alte Luisa nennen, welche sich Nachts beim Husten automatisch im Halbschlaf den Schnuller festhält, weil sie die Erfahrung gemacht hat, dass sie sich sonst den Schnuller raushustet und ihn verliert. Das sind ziemliche Gegensätze: Die Eltern von Luisa schlafen natürlich durch…

Also zeigen Sie Ihrem Kind wie es geht, erst tags dann auch nachts; zumindest in der ersten Nachthälfte wird kein Schnuller mehr in den Mund gestöpselt, sondern es wird dem Kind geholfen den Schnuller zu finden. Es wird gemeinsam der Schnuller ertastet. „Tapp, tapp, tapp wo ist der Schnulli?“, und die Hand zum Mund geführt.

Damit die Wahrscheinlichkeit steigt einen Schnuller zu finden, sollten viele im Bett verteilt und dafür Rechnung getragen werden, dass sie nicht durch die Stäbe rausfallen. Die größeren Kinder sollten genau wissen, wo sie die Schnuller finden bzw. erwarten können zb. in den Ecken oder in der Mitte oben, oder aufgereiht an der Bettschlange.

Wie kann das Kind auch ohne Schnuller zu rechtkommen?

Das ist individuell ganz unterschiedlich. Auf jeden Fall wäre es günstig, wenn auch andere Beruhigungsstrategien gelebt werden und es außer dem Schnuller gleichzeitig noch ein Kuscheltier gibt, das geliebt und hilfreich erlebt wird. Wer eine Kuschel hat kann leichter auf den Schnuller verzichten. Das Saugbedürfnis nimmt ja immer mehr ab, aber es bleibt die Gewohnheit des beruhigenden Saugens. Die Kinder, die darüber hinaus bereits erfahren haben, dass das „Hinschnuffeln“ und „Fummeln“ an ein Kuscheltier sich auch gut anfühlt, haben ja bereits ein anderes Beruhigungsmodell, sie lieben vielleicht trotzdem ihren Schnuller, können sich aber leichter umgewöhnen, als Kinder welche bisher nur den Schnuller kannten.

Wie wird man den Schnuller wieder los ?

Meist zwischen dem 2. Und 3. Geburtstag sollte man versuchen den Schnuller abzugewöhnen. Das Kind ist jetzt schon älter, reifer und versteht schon mehr von der Welt. Trotzdem ist es schwer sich von geliebten Gewohnheiten zu verabschieden, es braucht vor allem Zeit und kleine Schritte.
1. Man fängt damit an, dass der Schnuller tagsüber nur noch gezielt im Notfall, zum Schlafen und vielleicht bei langen Autofahrten gegeben wird. Dies würde ich eine ganze Weile so leben, damit sich das Kind daran gewöhnt, dass der Schnuller tagsüber immer unwichtiger wird. Das Kind kann sich daran gewöhnen und lernen, sich auch ohne Saugen zu beruhigen – Mama, Papa, Kuscheltier helfen dabei.

2. Dann „wohnt“ der Schnuller im Bett!“ d.h. es gibt den Schnuller wirklich nur noch zum Schlafen oder Ausruhen im Bett. Auch das sollte eine ganze Weile so bleiben.
3. Dann wird mittags ohne Schnuller geschlafen – „Schnuller können ja auch mal verlegt und grade nicht gefunden werden“…
4. Ob und welche Hintergrundgeschichte die Familie heranzieht um das endgültige Schnullerabgeben zu erleichtern, ist eine ganz individuelle Angelegenheit. Viele nutzen die Schnullerfee, welche ein Geschenk hinterlässt, andere haben Babys in der Verwandtschaft welche dringender Babyschnuller brauchen und diese dann per Päckchen geschickt bekommen. Auch werden häufig Nikolaus und Osterhase bemüht, es gibt Schnullerbäume, die behängt werden (dieser Brauch kommt aus Dänemark, wird aber auch in größeren deutschen Städten praktiziert), und manche Kinderzahnärzte bieten Tauschmöglichkeiten an: Schnuller gegen kleines Geschenk.
Ob Sie nun eine übergeordnete Instanz bemühen oder auch die Vergänglichkeit des Materials befördern, indem Sie immer mehr vom Gummisauger abschneiden, das sind ganz individuelle, kreative Entscheidungen.
In jedem Fall benötigt dieser Prozess Zeit, Geduld und Empathie, also ein Verständnis darüber wie schwer es ist Gewohnheiten abzulegen. Über das endgültige Gelingen dieses Schrittes entscheidet dann Ihre Haltung und das ist etwas, was Eltern erst lernen müssen.

4. Einschlafroutine – dann geht Einschlafen ganz leicht!

Einschlafroutine: einfach einschlafen Babys

Wie geht Entspannung und warum ist Beruhigung so wichtig?

Ruhig werden ist wirklich schwer, insbesondere wenn man klein ist und noch nicht viel von der Welt versteht. Da brauchen kleine Menschen noch Unterstützung zum ruhig werden und auch zum ruhig bleiben. Große Menschen brauchen ein Verständnis für die Schwierigkeit dieses Projekts. Denn es ist nicht immer leicht seinem Kind Ruhe und Entspannung zu vermitteln. Es ist aber notwendig, klug und ungeheuer wichtig seinem Kind den Weg zur Entspannung zu zeigen. Denn ohne Beruhigung auch kein Einschlafen!

Gerade in einer Zeit der permanenten Ablenkung, der Informationsfülle und der Rundum –Unterhaltung wird es immer schwieriger schon für einen selber, als Erwachsener ruhig zu werden, nichts zu tun und nichts zu wollen. Eben zu entspannen. Wir sind gerade dabei dies zu verlernen.
Aber genau das ist eine Grundvoraussetzung, denn wer selber nicht ruhig tacktet, kann auch keine Entspannung vermitteln.
Dann braucht es Ideen und ein sich Einlassen auf unreife Kinderseelen. Manchen hilft dann die Intuition, das alte nicht reflektierte Wissen unserer Kindheit. Diese Menschen beginnen zu singen, zu summen, zu wiegen und zu warten, so wie seit Jahrtausenden Kinder beruhigt werden.
Andere haben weniger Zeit (oder Ruhe), es werden verschiedenste Strategien aneinander gereiht, es wird auf viel Bewegung, laute monotone Geräuschkulisse und Ablenkung gesetzt, in der Hoffnung das Kind zu erreichen. Mit mehr oder weniger Erfolg.

Eins ist gewiss: Menschenkinder wollen sich gut, sicher und geborgen fühlen.
Anfangs geht das – „sich gut und ruhig fühlen natürlich am leichtesten beim Stillen oder Saugen an der Flasche. Das löst mehrere Probleme auf einmal. Das Baby wird satt, ruhig, zufrieden, es genießt die Nähe, fühlt sich wohl und kann sich dem Schlaf überlassen. Das ist auch völlig normal und gut so.

Nur was tun, wenn es nicht mehr beim Stillen oder der Flasche einschläft?
Weil es bereits satt ist, nicht satt wird, älter geworden ist, es beim Papa einschlafen soll, oder andere Gründe es vom Still-/Trinkschlaf abhalten?
Dann muss es eben anders ruhig werden – aber wie?

Wie geht denn grundsätzlich Baby-Beruhigung?

  1. Es ist wichtig selber ruhig zu bleiben, das ist ein schwieriger Teil des Elternwerdens. Sich zusammen zu reißen, nicht kopflos verschiedenste Beruhigungsstrategien aneinanderreihen und möglichst schnell das Schreien abstellen wollen, sondern selber auf sich aufpassen und sich einlassen auf das Kind und die jeweilige Situation.
  2. Wenn Eltern in der Einschlafsituation emotional verfügbar sind, entsteht für das Kind Sicherheit und Vertrauen. Dazu braucht es Eltern, die sich auf ihr Kind beziehen und eine „Beruhigungssprache“ finden, welche das Baby versteht. Wenn Eltern und Kind eine gemeinsame Sprache finden, dann geht alles plötzlich ganz leicht und zwar für beide Seiten. Für die Eltern werden das Kind und dessen Bedürfnisse klarer, planbarer und für das Baby werden die Eltern verständlicher, verlässlicher und vorhersagbarer. Beide Seiten kennen sich, vertrauen sich, sie sind an einander gebunden und es entsteht ein Geborgensein welches lebenslang trägt.
    (Elterntipp: Also liebe Eltern: Babysprache lernen, online bleiben und Beruhigungsstrategien nicht outsourcen an weißes Rauschen, und mechanische Federwiegen.)
  3. Wird diese Beruhigungssprache positiv erlebt und in eine regelmäßig wiederkehrende, vorhersagbare, beruhigende Verhaltenskette gepackt, kann sich das Kind orientieren.  Die lieb gewonnenen, sich immer wiederholenden Abläufe geben ihm Sicherheit, denn es weiß genau was als Nächstes folgt. Es kann sich einstimmen und eine Schlaferwartungshaltung aufbauen.

Wie schaut eine Einschlafroutine ganz konkret aus?

Seit Jahrtausenden werden Kinder durch Singen und Wiegen beruhigt. Das wird sich auch nicht ändern. Rhythmisches Bewegen und sanfte Melodien, bevorzugt mit elterlicher Stimme, die Nähe der Eltern und Körperkontakt das ist das Programm, auf das Babys ansprechen.

Ammensprache mit Höhen und Tiefen, zahlreichen Wiederholungen und rhythmischen Elementen kommt dem unreifen Nervensystem des Babys entgegen.
Wenn Eltern aus diesen Bausteinen eine Einschlafroutine kreieren, kann das Baby schlafbereit werden.

Schlafbereitschaft was ist das?

Das Baby ist noch ruhig, satt und will nicht mehr unterhalten werden, es schaut weg, sucht aber gleichzeitig Nähe und will auf den Arm.
Eltern sollten dies fördern und ihr Baby dabei unterstützen. Es „runterkuscheln“.  Dazu braucht es jetzt keinen Blickkontakt mehr, auch kein weiteres Spiel- oder Ablenkungsangebot. Es ist wichtig bei diesem Prozess selber ruhig und entspannt zu sein und sich dabei Zeit zu lassen, denn schlafbereit werden, ist nicht immer leicht. Sie sind leise, langsam und langweilig!
Sie tragen das Baby erst aufrecht, wie zum Bäuerchen, es schaut über die Schulter, gewöhnt sich an die Umgebung im Schlafzimmer, welches Sie langsam abdunkeln. Sie singen, summen, erzählen leise, wiegen, streicheln, klopfen rhythmisch, wiegen sanft und streicheln die Augen zu. Entspannt sich das Kind spürbar, dann kommt es in die Waagrechte und wird nach einiger Zeit sanft abgelegt. Gerne in die Seitenlage mit Lagerungshilfen für das kleine Baby.
Daraus sollte eine Routine werden – eine Einschlafroutine. Dieses immer gleichgestaltete Ritual hilft dem Baby, sich zu entspannen, sich wohl zu fühlen und sich dem Schlaf zu überlassen. Das Baby lernt den Zusammenhang von ruhig sein -Wohlgefühl und Schlaf.
Im Laufe der Zeit baut es eine Schlaferwartungshaltung auf („ah ja – jetzt kommt die Nummer mit dem La le Lu…“) und es lernt schon ein bisschen, mit zu helfen und zu seiner eigenen Entspannung beizutragen. Es kuschelt sich in die Armbeuge, schließt die Augen, saugt am Schnuller, genießt, wird ruhig und schläft leicht ein.


Dass Einschlafen ganz leicht geht – das sollen alle Kinder erfahren.
Mit Runterkuscheln geht’s leichter! Das sollen alle Eltern wissen.

Beruhigungskompetenzen braucht man sein ganzes Leben!